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Wetter- und Werder-Kapriolen: 6:3 gegen Aktobe
Werder
Bremen hat nach langen Anlaufschwierigkeiten das Play-off-Hinspiel zur Europa
League gegen den FK Aktobe doch noch deutlich mit 6:3 (3:2) gewonnen. Nach einer
turbulenten und von einem starken Gewitter begleiteten, aber von den Gastgebern
alles andere als überzeugenden ersten Stunde brachen die kasachischen Gäste ein
und kassierten drei Treffer binnen sieben Minuten. Für Werder trafen Boenisch
(16.), Özil (28. und 67.), Naldo (36. und 65.), Hugo Almeida (60.). Strukov (21.
und 32.) und Smakov (86.) erzielten die Tore für die Gäste.
In der Startaufstellung schlug sich der Wechsel nieder, den es in dieser Woche
auch im Kader gegeben hatte: Neuzugang Claudio Pizarro rückte für Boubacar
Sanogo in den Angriff neben Aaron Hunt. Außerdem gab der von seiner
Sehnenzerrung genesene Naldo wieder Per Mertesackers Nebenmann.
Werder hatte von Beginn an seine liebe Müh und Not mit den hochmotivierten und
dicht gestaffelten Kasachen. Erst in der 11. Minute verpasste Naldo mit einem
knapp am Tor vorbei streichenden 28-Meter-Freistoß die erste Möglichkeit für die
Gastgeber. Aktobe machte einen munteren Eindruck und erspielte sich schon in der
ersten Viertelstunde zwei Eckbälle. Das 1:0 durch einen Kopfball von Sebastian
Boenisch nach einem Freistoß von Mesut Özil von der rechten Seite schien das
Spiel dann aber doch in die erwarteten Bahnen zu lenken (16.).
Fehlerkette vor dem ersten Ausgleich
Doch weit gefehlt, die Gäste blieben unbeeindruckt. Auch das sich nun effektvoll
über dem Weser-Stadion entladende Unwetter bremste sie nicht. Schon fünf Minuten
nach dem Rückstand glichen sie durch Angreifer Strukov verdient aus. Er
vollendete einen Konter, bei dem Werder gleich an mehreren Stellen große Fehler
beging: Im Mittelfeld wurden ein Doppelpass und der Steilpass durch Lavrik nicht
verhindert, Averchenko konnte unbehelligt im Rücken der Abwehr enteilen und
Strukov locker einschieben (21.).
Danach konnten sich die weiter nicht sonderlich strukturiert anrennenden
Grün-Weißen wieder einen Vorteil verschaffen: Mesut Özil traf nach Vorarbeit von
Boenisch aus sieben Metern nur den rechten Pfosten (25.). Kurz darauf hatte er
mehr Glück: Sein als Flanke gedachter Freistoß von der rechten Seite rutschte
ins lange Eck durch, Claudio Pizarro – zuerst als Torschütze ausgegeben – war
wohl nicht mehr dran (28.). Nun also endlich der Verlauf, den man erhofft hatte?

Drittes Werder-Tor durch eine Standardsituation
Nein! Wieder vergingen nur wenige Minuten bis zum nächsten Treffer, wieder
erzielte ihn Aktobes Strukov. Er schaltete schneller als alle Werderaner,
nachdem Wiese einen fiesen Freistoßknaller von Smakov aus 30 Metern nur hatte
abklatschen können und schob zum 2:2 ein (32.). Weil Werder auch in der letzten
Viertelstunde der ersten Halbzeit Präzision und Ideen im Aufbauspiel vermissen
ließ, war es kein Zufall, dass der dritte Treffer der Bremer wieder durch eine
Standardsituation fiel: Naldo wuchtete seinen zweiten 28-Meter-Freistoß als
Aufsetzer ins Netz (36.). Zur Pause hätte es eigentlich 4:2 stehen müssen, doch
fälschlicherweise versagte Schiedsrichter Asumaa einem regulären Tor von Tim
Borowski wegen vermeintlichen Abseits' die Anerkennung (45.).
Dennoch: Mit dieser ersten Halbzeit konnte Werder trotz der Führung überhaupt
nicht zufrieden sein. Das sah offenbar auch Thomas Schaaf so, der seine
Mannschaft in der Pause sehr früh wieder raus in den Regen schickte, Hugo
Almeida für Marko Marin brachte und auf das Rauten-System umstellte. Doch auch
in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit besserte sich nur wenig, die
erste Möglichkeit bot sich gar wieder den Kasachen: Khayrullin schoss nach einem
gut aufgezogenen Angriff übers Tor (58.).
Werder peitscht wie der Regen
Dann jedoch machten die Bremer endlich ernst: Sie zeigten ihrerseits eine gute
Kombination über Özil und Borowski, Hugo Almeida rutschte im richtigen Moment in
dessen Flanke und es stand 4:2 (60.). Der Regen peitschte weiter durchs im
Westen offene Stadion und Werder tat es ihm nun gleich: In Minute 65 parierte
Aktobes Torwart Sidelnikov erst einen 25-Meter-Schuss von Naldo – bei der
anschließenden Ecke blieb er aber auf der Linie kleben, diesmal versenkte der
Brasilianer den Ball per Kopf (65.). Nur weitere zwei Minuten später erhöhte
Mesut Özil mit einem etwas glücklich verwandelten Elfmeter auf 6:2,
Kenzhissariyev war Claudio Pizarro bei einem Kopfballversuch in den Rücken
gesprungen (67.).
Der engagierte, aber etwas glücklose Peruaner hätte in der 69. Minute auf
Vorarbeit von Hugo Almeida fast sein Premierentor geschossen, verfehlte das Tor
aus wenigen Metern aber sehr knapp. Eine Viertelstunde vor Schluss scheiterte
auch Aaron Hunt, der den Ball an den Querbalken lupfte. Von den Gästen kam nun
gar nichts mehr, mit einer Ausnahme: Kapitän Samat Smakov prügelte einen
Freistoß aus 22 Metern sehenswert in die Torwartecke (86.). In der Nachspielzeit
landete ein weiterer Freistoß von ihm an der Toraufhängung, ergo: auch sehr
knapp. Die letzte Chance des Spiels vergab jedoch Tim Borowski, auch er per
Freistoß aus halblinker Position – Sidelnikov war zur Stelle.
Das kuriose Ergebnis von 6:3 bietet für Werder natürlich eine gute
Ausgangsposition fürs Rückspiel in einer Woche. Aus der spielerisch wenig
überzeugenden Leistung und den drei Gegentoren sollten die Bremer aber fürs
Heimspiel gegen Mönchengladbach schnell ihre Lehren ziehen.

Werder Bremen
Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo (76. Pasanen), Boenisch – Frings, Borowski,
Marin (46. Hugo Almeida), Özil – Hunt, Pizarro (82. Moreno Martins); auf der
Bank: Vander, Niemeyer, Bargfrede
FK Aktobe
Sidelnikov – Badlo, Smakov, Logvinenko, Kenzhissariyev – Golovskoy (72.
Chichulin), Lavrik, Assanbaev (70. Mytrofanov), Khayrullin, Averchenko – Strukov
(84. Tleshev)
Tore: 1:0 Boenisch (16.), 1:1 Strukov (21.), 2:1 Özil (28.), 2:2 Strukov
(32.), 3:2 Naldo (36.), 4:2 Hugo Almeida (60.), 5:2 Naldo (65.), 6:2 Özil (67.,
Foulelfmeter), 6:3 Smakov (86.)
gelbe Karten
Frings,
Naldo – Lavrik
Schiedsrichter
Tony
Asumaa (Finnland)
Weser-Stadion
21.446
Zuschauer
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quelle.:
Bilder und Texte von werder.de
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