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Die
lange Geschichte von Werder Bremen vom 04.02.1899 bis heute

Werder Bremen ist ein deutscher Sportverein mit über 34.000 Mitgliedern dessen
Lizenzspielerabteilung in den letzten Jahren national wie international zu den
erfolgreichsten Mannschaften der Fußball-Bundesliga gehörte: Neben vier
Deutschen Meisterschaften und sechs DFB-Pokal-Siegen steht ein Gewinn des
Europapokals der Pokalsieger 1992 zu Buche. Der Club ist Gründungsmitglied der
Bundesliga und gehörte dieser mit Ausnahme der Spielzeit 1980/81 durchgehend an.
In der ewigen Tabelle der Bundesliga liegt Bremen derzeit auf Platz 2 hinter
Bayern München.
Am 4. Februar 1899 als Fußballverein Werder von 1899 gegründet, bietet er heute
neben Fußball Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Turnspiele, Gymnastik und
Schach an. Werder Bremen besteht nach der Ausgliederung profitorientierter und
leistungssportlicher Abteilungen des Gesamtvereins am 27. Mai 2003 aus dem für
den Amateursport zuständigen gemeinnützigen Sport-Verein Werder von 1899 e. V.
und der unter anderem für den Profifußball verantwortlichen Werder Bremen GmbH &
Co. KGaA.
Der Vereinsname ist vom an der Weser gelegenen Stadtwerder abgeleitet, auf dem
sich das erste Trainings- und Spielgelände des Vereins befand. Das Wort Werder
bezeichnet eine Flussinsel oder das Land, das von einem Fluss aufgeschwemmt
wurde, wie der Peterswerder, auf dem sich das heutige Bremer Weserstadion
befindet, in dem Werder Bremens Fußballprofis ihre Heimspiele austragen.
1899–1947: Von der Gründung und den ersten Jahrzehnten
Erstes Vereinslogo:

Fußballverein Werder von 1899Am 4. Februar 1899 gründeten
16-jährige Schüler aus handelsbürgerlichen Kreisen mit dem Fußballverein Werder
von 1899, einem reinen Fußballverein, den Vorläufer des heutigen SV Werder
Bremen. Sie hatten bei einem Tauzieh-Wettbewerb einen Fußball gewonnen und mit
diesem erstmalig am Stadtwerder gespielt, wodurch der Grundstein für den FV
Werder Bremen und dessen Namen gesetzt wurde.[2] Bereits im Dezember 1899 trat
der FV Werder dem Verband Bremer Fußball-Vereine bei. In den ersten Jahren
durften nur Männer Mitglied werden, die eine höhere Schulbildung nachweisen oder
eine Zweidrittelmehrheit im Vorstand für sich gewinnen konnten.[3] 1903 wurde
der Verein mit drei Mannschaften erstmals in allen drei existierenden
Spielklassen Bremer Meister und war 1905 der erste Bremer Klub, der
Eintrittsgelder verlangte und sein Spielfeld einzäunte.[4] Der FV Werder Bremen
qualifizierte sich 1912 als einziger Bremer Verein für die neu gegründete
Norddeutsche Verbandsliga, an der er ab 1913 teilnahm. Der Verein musste sich in
dieser Zeit gegen nationalistische Tendenzen, vor allem aus der Turnerbewegung,
zur Wehr setzen, die den Fußball für einen „Unsport“ und wegen seiner englischen
Herkunft für „undeutsch“ hielten.[5] Trotzdem wurde während des Ersten
Weltkrieges der Spielbetrieb weitergeführt und 1916 erneut die Bremer
Meisterschaft gewonnen.
Anders als einige andere Vereine überstand der FV Werder trotz vieler gefallener
Mitglieder die Kriegsfolgen, was vor allem dem Engagement des damaligen
Vorsitzenden Hans Jarburg zu verdanken war.[4] Nach dem Krieg wurde mit der
Neustrukturierung des Vereins begonnen. Ab 1919 durften auch Frauen Mitglieder
werden; ein Jahr später erfolgte, dem Trend der damaligen Zeit entsprechend, die
Erweiterung vom Fußball- zum Sportverein mit unter anderem einer Tennis-,
Leichtathletik- Schach- und damals auch Baseball- und Cricketabteilung.[4][3]
Dem entspricht die im selben Jahr durchgeführte Umbenennung in Sportverein
Werder Bremen von 1899, wobei Fußball weiterhin die wichtigste Sportart
innerhalb des Vereins blieb. Waren die Mitgliederzahlen vor dem Ersten Weltkrieg
nicht über die Grenze von 300 hinausgekommen, stieg die Anzahl jetzt zeitweilig
auf über 1000.
Als erster Bremer Verein engagierte er 1922 mit dem Ungarn Franz Konya einen
professionellen hauptberuflichen Trainer, der aus dem Sportlehrerfond finanziert
wurde. Die damalige Hyperinflation und Werders daraus resultierenden
Finanzprobleme führten jedoch zur baldigen Trennung. 1924 kehrte Konya zurück an
die Weser.[6] Ab 1921 spielte Werder in der Westkreisliga, der damals höchsten
Spielklasse. In der ersten Saison wurde zunächst nur der siebte von acht Plätzen
belegt. Als die Liga in der nächsten Spielzeit in die Staffeln Weser und Jade
unterteilt wurde, erreichte Werder in letzterer den ersten Rang und wurde nach
einem 5:0-Sieg im Entscheidungsspiel gegen den VfB Oldenburg Meister der
Westkreisliga. In der Qualifikation zur Endrunde um die inoffizielle
Norddeutsche Meisterschaft schied der Verein gegen Arminia Hannover aus. Ab der
Saison 1924/25 wechselte Werder in die Staffel Weser, in der er 1926 Erster
wurde, aber im Entscheidungsspiel gegen den Bremer SV mit 1:6 verlor. Im
nächsten Jahr wurde nach einer Endspielniederlage gegen Komet Bremen erneut die
Vizemeisterschaft der Westkreisliga erreicht. Auch 1928 unterlag Werder, nun
wieder in der Staffel Jade antretend, diesem Verein im Endspiel. Nachdem die
Saison 1928/29 ausgefallen war, konnte Werder im nächsten Jahr die Oberliga
Weser/Jade auf Platz vier abschließen. Im Achtelfinale der Endrunde um die
Norddeutsche Meisterschaft schied der Verein 1931 gegen Altona 93 nach
Verlängerung mit 2:3 aus und belegte zwei Jahre später nur den letzten von vier
Plätzen. Da sich eine Professionalisierung des Fußballs andeutete, der bis dato
reiner Amateursport gewesen war, verstärkte Werder Anfang der 1930er-Jahre seine
Mannschaft mit einigen späteren Nationalspielern: 1933 kam Hans Tibulski nach
Bremen und bei der Weltmeisterschaft 1934 im Spiel um Platz drei trug der im
Januar desselben Jahres verpflichtete Matthias Heidemann als erster Bremer
Spieler das Nationaltrikot.
Die ABTS-Kampfbahn (Aufnahme von 1928)Ein geeigneter Ort für die Spiele und zum
Training war auch 1925, also zwei Jahre nach der Westkreisligameisterschaft,
noch nicht gefunden, so dass der Verein mit dem Allgemeinen Bremer Turn- und
Sportverein (ABTS) um den Bau eines Stadions am Weserufer konkurrierte, wobei
sich der ABTS durchsetzte. Wie zu dieser Zeit auch mehrere andere Bremer Vereine
trug Werder seit 1930 die meisten, später alle seine Heimspiele in der nun
Weserstadion genannten ehemaligen ABTS-Kampfbahn aus, da sich der ABTS beim Bau
finanziell übernommen hatte und das Stadion an den Sportverein Werder Bremen von
1899 verpachten musste.
Werders erste überregionale Erfolge fielen in die Zeit der
nationalsozialistischen Diktatur, als die Bremer Kampfbahn (Weserstadion) oft
für politische Propagandaveranstaltungen der Nationalsozialisten benutzt wurde.
Unter Trainer Walter Hollstein wurde die neue Gaumeisterschaft Niedersachsen
1934, 1936, 1937 und 1942 gewonnen. Im Jahr 1935 wurde in der Gauliga
Niedersachsen, wie auch 1943 in der Gauliga Weser-Ems die Vizemeisterschaft
erreicht. Der machtzentrierte Aufbau des damaligen Staatsapparates spiegelte
sich in der Vereinsführung wider: In dieser Zeit besaß ein Einzelner alle
Machtbefugnisse.[4] Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste der
Spielbetrieb eingestellt werden. Am 10. November 1945 wurde der Sportverein
Werder Bremen von 1899 aufgelöst und nach einer Fusion mit den 1933 verbotenen
Vereinen TV Vorwärts Bremen und Freie Schwimmer 1910 Bremen der Turn- und
Sportverein TuS Werder 1945 Bremen wiedergegründet.[8][9] 1946 wurde mit SV
Grün-Weiß 1899 Bremen erneut ein anderer Vereinsname angenommen. Die Vorgaben
der damaligen amerikanischen Besatzungsmacht verboten das Weiterbestehen oder
die Neugründungen von Vereinen, die es bereits während des Dritten Reiches
gegeben hatte. Der spätere Vereinspräsident Hansi Wolff und andere trafen sich
deshalb heimlich, um den Spielbetrieb möglichst schnell wieder aufzunehmen.[4]
Der neue Name wurde dem Verein einen Monat später ebenfalls verboten, da durch
die enthaltene Jahreszahl dessen Tradition deutlich wurde, so dass am 28. März
1946 eine weitere Umbenennung, diesmal in SV Werder Bremen erforderlich
wurde.[4] Im selben Jahr wurden der Spielbetrieb in Bremen wieder aufgenommen
und Werder gewann die Bremer Stadtmeisterschaft (siehe:
Bezirksmeisterschaftsliga (britische Zone)) sowie ein Jahr später die
Niedersachsenmeisterschaft.
Zu den heute noch bekannten Spielern der 1930er- und 1940er-Jahre gehören
Vereinsangaben nach neben Heidemann, Ziolkewitz, Tibulski, Scharmann und Hundt.
1947–1963: Die Nachkriegszeit in der Oberliga Nord
Nachdem mit den Oberligen Süd und Südwest bereits 1945 erste regional
unterteilte Oberligen gegründet worden waren, setzte sich diese Entwicklung bis
1947 in ganz Westdeutschland durch. Werder Bremen gehörte von 1947 bis 1963 der
Oberliga Nord an, in der eine inoffizielle norddeutsche Meisterschaft
ausgespielt wurde und deren erfolgreichste Mannschaften sich für die Endrunde um
die Deutsche Meisterschaft qualifizierten. Dort trat man unter anderem gegen den
FC St. Pauli und Hannover 96 an. Werder Bremen stand deutlich im Schatten des
Hamburger SV, der die Oberliga in 15 von 16 Jahren gewann, und hatte zunächst
Mühe, sich gegen Lokalrivalen wie den Bremer SV oder TuS Bremerhaven 93 zu
behaupten; immerhin sprangen in dieser Zeit auch zwei dritte Plätze heraus
(1952/53 unter Trainer Sepp Kretschmann und 1954/55 unter Trainer Alfred Schulz
). Werders Situation verbesserte sich mit der Verpflichtung des zwischen 1958
und 1963 tätigen Trainers Georg Knöpfle, eines ehemaligen A-Nationalspielers,
der sich durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin einen
guten Ruf verschafft hatte. Auch die Mannschaft wurde verstärkt: Es gelang
Werder 1958 neben Helmut Schimeczek nach einem langen Streit mit dem HSV den
späteren Nationalspieler und Spielmacher Willi Schröder für sich zu gewinnen.
Der Versuch des HSV, diesen mit einem verbotenen Handgeld in Höhe von 15.000
Deutschen Mark zu überzeugen, war aufgeflogen. Auch die 1961 erfolgte
Verpflichtung der Schalker Willi Soya und Helmut Jagielski erwies sich als
positiv. So gelang es Werder in den letzten fünf Spielzeiten der Oberliga, sich
hinter dem HSV als zweiterfolgreichste Mannschaft des Nordens zu etablieren: Von
1959 bis 1963 wurde die Mannschaft durchgehend Vizemeister der Oberliga Nord und
konnte sich dadurch neben dem HSV und Eintracht Braunschweig als eine von drei
norddeutschen Mannschaften für die neu gegründete Fußball-Bundesliga
qualifizieren. Während der Bremer SV aus der Liga abgestiegen war, trennten
Werder in der letzten Oberligasaison nur noch zwei Punkte vom Serienmeister HSV.
Sportlicher Höhepunkt der Oberligazeit war der Gewinn des DFB-Pokals 1961 mit
einem 2:0 im Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern durch Tore von Schröder und
Jagielski (→ Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1961).
Im Europapokal der Pokalsieger konnte im folgenden Jahr zwar der dänische Aarhus
GF im Hin- und Rückspiel besiegt werden, im Viertelfinale schied Werder Bremen
gegen den dritten Gegner Atlético Madrid aus.
Weil der Verein in dieser Zeit oftmals gegen starke Gegner gewann, aber bei
schwachen unterlag, wurde er damals „die Sphinx des Nordens“[4] genannt. Das
Einkommen von Fußballspielern war damals wegen einer vorgegebenen Höchstgrenze
von 320 Deutschen Mark für die Bestreitung des Lebensunterhalts nicht
ausreichend.[4] Deshalb arbeiteten viele Bremer Spieler zusätzlich bei einem
amerikanischen Unternehmen aus der Tabakbranche, das den Verein finanziell
unterstützte. Die Mannschaft wurde in dieser Zeit deshalb oft als Texas-Elf
bezeichnet.[5]
Namhafte Spielerpersönlichkeiten der Oberligazeit des SV Werder waren nach
Vereinsangaben Pico Schütz, Horst Gemhard, Richard Ackerschott, Horst
Stange, Max Lorenz, Willi Schröder und Torwart Dragomir Ilic.[4] Zu nennen sind
auch Willi Soya und Helmut Jagielski.
1963–1971: Auf und Ab in der Bundesliga
Der SV Werder war 1963 einer der Gründungsvereine der
Fußball-Bundesliga. In der ersten Saison musste der eigentlich schon nicht mehr
aktive ehemalige Stammtorhüter Dragomir Ilic kurzzeitig reaktiviert werden, da
sich noch vor Saisonbeginn nacheinander die ersten sechs Torhüter verletzten.
Nachdem diese Spielzeit im ungefährdeten Mittelfeld auf Platz zehn abgeschlossen
worden war, konnte in der Saison 1964/65, also dem Jahr, in dem sich die
Gründung der Stadt Bremen zum 1000. Mal jährte, „völlig überraschend“[3]
erstmals die Deutsche Meisterschaft erreicht werden. Die am 17. Spieltag
erklommene Tabellenspitze wurde bis zum Saisonende nicht mehr abgegeben. Dies
war der „Mannschaft ohne Stars“[13] durch gut integrierte Neuzugänge wie
Horst-Dieter Höttges, dem Nationalspieler Heinz Steinmann und Klaus Matischak
möglich (→ Kader des Meisterjahres 1964/65).
Das folgende Jahr konnte auf Platz vier, die Saison 1966/67 nur noch auf Platz
16, vier Punkte vor den Abstiegsrängen, abgeschlossen werden. Obwohl 1967/68
nach einem Marsch von Platz 18 bis auf den zweiten Tabellenplatz die
Vize-Meisterschaft errungen werden konnte, gelang es Werder Bremen nicht, sich
dauerhaft unter den Spitzenvereinen der Bundesliga zu etablieren. Erfolgreichen
Jahren folgten immer wieder enttäuschende Platzierungen im grauen Mittelfeld
oder sogar nahe den Abstiegsrängen. Im Spiel beim Tabellenführer Borussia
Mönchengladbach am 3. April 1971 kam es zu einer in der Bundesligageschichte
einmaligen Situation: kurz vor Schluss beim Spielstand von 1:1 fielen zwei
Spieler bei einer Torszene in das Netz des Bremer Tores, wobei einer der damals
noch hölzernen Pfosten durchbrach und das Tor einstürzte. Nachdem die Bremer
sich im Gegensatz zu den Mönchengladbachern und deren Ordnern, die aufgrund des
Spielstands auf ein Wiederholungsspiel hofften, vergeblich bemüht hatten, das
Tor wieder aufzurichten, um den erreichten Spielstand zu retten, brach der
Schiedsrichter das Spiel ab.[14] Bremen erhielt nachträglich beide Punkte, da
Gladbach kein Ersatztor bereitgehalten hatte.
Die ersten Bundesligajahre wurden neben den bereits genannten durch
Spielerpersönlichkeiten wie Pico Schütz, Günter Bernard, Sepp Piontek oder Max
Lorenz mitbestimmt.
1971–1980: Niedergang
Nachdem Werder in den drei Jahren zuvor ins Mittelmaß gesunken war, versuchte
der Verein in der Saison 1971/72 in einem Kraftakt als so genannte
„Millionenelf“[16] mit der finanziellen Unterstützung der Bremer Wirtschaft und
der Stadt Bremen sowie Trikots in den Bremer Landesfarben Rot und Weiß an
bessere Zeiten anzuknüpfen. Ohne klares Konzept und ohne Absprache zwischen
Trainer und Vereinsführung wurden viele Stars aus der Bundesliga mittels hoher
Gehaltsangebote an die Weser beordert. Ein Wechsel Günter Netzers kam nur
deshalb nicht zustande, weil dieser zusätzlich die Übernahme der damaligen
Stadionzeitschrift Werder-Echo forderte.[17] Hintergrund dieser Käufe, unter
denen Werder noch Jahre später finanziell litt und die sich in fast allen Fällen
nie auszahlten, war die für die nächste Saison beschlossene Abschaffung der
Transferhöchstgrenze von 100.000 Deutschen Mark, die in der Saison 1971/72 noch
in den DFB-Statuten verankert war. Der Erfolg, den Werder hatte erzwingen
wollen, trat nicht ein. In dieser Saison waren vier Trainer in Bremen tätig und
am Ende einer Spielzeit, in der das nicht zueinander passende Starensemble nur
in seltenen Ausnahmen glänzen konnte, stand ein enttäuschender elfter Platz.
Danach blieb Werder Bremen im Ligamittelmaß und zählte dauerhaft zu den so
genannten „grauen Mäusen“, später immer wieder zu den Abstiegskandidaten der
Liga. Der Fall in die Zweitklassigkeit konnte in der Saison 1974/75 mit einem
Punkt Vorsprung auf Platz 16 noch knapp und in der darauf folgenden Spielzeit
nur durch einen späten Trainerwechsel zu Gunsten Otto Rehhagels erreicht werden,
nachdem die nun wieder Grün-Weißen am 29. Spieltag auf Platz 16 gerutscht waren.
Doch nach der Spielzeit 1979/80 musste schließlich als Vorletzter der Gang in
die 2. Bundesliga Nord angetreten werden. War die Heimbilanz mit zehn Siegen und
zwei Unentschieden durchaus passabel, wurden neben einem Unentschieden und einem
Sieg sämtliche Auswärtspartien verloren, davon zehn mit vier oder mehr
Gegentoren. Schon in den kritischen Jahren zuvor hatte der Verein seinen
Verbleib in der 1. Liga den im Weserstadion erzielten Punkten zu verdanken, die
diesmal nicht ausreichten. In dieser Periode der ausbleibenden Erfolge kam es
bei Werder von 1971 bis zum Abstieg 1980 zu neun Trainerwechseln. Einige
Cheftrainer waren nur wenige Wochen oder Monate tätig.
Zu den wenigen bei Werder herausragenden Spielerpersönlichkeiten der Jahre vor
dem Abstieg gehörten Per Røntved und Dieter Burdenski, der zum deutschen
Aufgebot zur WM 1978 in Argentinien gehörte
1980–1987: Aufstieg einer Spitzenmannschaft
In der Saison 1980/81, der einzigen Zweitligaspielzeit von Werder Bremen, gelang
unter Kuno Klötzer und Otto Rehhagel trotz eines Einbruchs bei den
Zuschauerzahlen der direkte Wiederaufstieg. Dabei erzielte Werder mit 30 Siegen,
acht Unentschieden und nur vier Niederlagen einen Rekord in der
Zweitligageschichte. Klötzer musste im März 1981 aus gesundheitlichen Gründen
sein Traineramt niederlegen und wurde durch Rehhagel ersetzt. Dieser baute
zusammen mit Manager Willi Lemke in den folgenden Jahren kontinuierlich eine
starke Mannschaft auf und führte den Club zu dessen Glanzzeit in den 1980er- und
frühen 1990er-Jahren. Werder wurde zum Hauptkonkurrenten des FC Bayern München
und war zeitweise sogar erfolgreicher als dieser, womit die besondere
gegenseitige Rivalität dieser Vereine ihren Anfang nahm. Im Spiel beider
Mannschaften am 21. August 1982 gelang dem Werderaner Uwe Reinders das so
genannte Einwurftor: Der Bayerntorhüter Jean-Marie Pfaff berührte als einziger
Reinders kräftigen Einwurf, bevor der Ball die Torlinie passierte, so dass der
Treffer zählte. Im selben Jahr verpflichtete Werder Rudi Völler, den
Torschützenkönig der vorjährigen Zweitligasaison, als Ersatz für Erwin Kostedde.
Der Verein hätte eigentlich die Verpflichtung Dieter Schatzschneiders vorgezogen
und nahm Völler nur unter Vertrag, weil der Wunschspieler nicht zu bekommen war.
Völler gelang es daraufhin als erstem Spieler in der Geschichte der Bundesliga,
den Titel des Torschützenkönigs nach der Zweiten Liga anschließend in der
Bundesliga ebenfalls zu erringen.
Zwischen 1982 und 1987 spielte Werder Bremen attraktiven Offensivfußball und
erreichte sechsmal hintereinander einen Platz unter den ersten Fünf der Tabelle
und damit die Teilnahme am UEFA-Pokal; allerdings blieb diese Zeit ohne
bedeutenden Titelgewinn. Die Deutsche Meisterschaft wurde mehrfach knapp,
1982/83 und 1985/86 nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses verpasst,
1986 unter für den Verein „traumatischen“[19] Umständen: Am vorletzten Spieltag
gegen Bayern München vergab Michael Kutzop in der 88. Minute nach
„zweiminütigen“[20] Störmanövern per Pfostenschuss einen Handelfmeter, mit dem
der Meistertitel hätte vorzeitig sichergestellt werden können. Die zweite Chance
zur Meisterschaft verspielte Werder vier Tage später: Ein Unentschieden hätte
dem einunddreißigmaligen Tabellenführer dieser Saison am letzten Spieltag in
jedem Fall ausgereicht, doch Werder verlor gegen den in den Hinrunde mit 6:0
besiegten VfB Stuttgart und wurde aufgrund des gleichzeitigen Siegs der Bayern
erneut nur Vizemeister. Kutzops Leistungen, der alle anderen seiner vierzig
Elfmeter verwandelt hatte, wurden danach trotz der durch die Mannschaft
vergebenen zweiten Chance oft auf diesen einen Fehlschuss reduziert.
Geprägt wurde diese Phase vor allem durch Rudi Völler, der bei Werder Bremen
Nationalspieler, internationaler Star und 1983 Torschützenkönig wurde, aber auch
durch Spieler wie Klaus Fichtel, Bruno Pezzey, Jonny Otten, Thomas Schaaf,
Wolfgang Sidka, Benno Möhlmann, Norbert Meier, Frank Ordenewitz und Uwe Reinders.
1987–1995: Titel und Erfolge
Nachdem sich Werder in den Jahren zuvor in der Spitzengruppe der
Bundesliga etablieren, allerdings keine Titel gewinnen konnte, wurden die
nächsten, von Rehhagels „kontrollierter Offensive“[22] geprägten Jahre zu den
titelreichsten der Vereinsgeschichte. Zwischen 1988 und 1995 war Werder Bremen
die neben Bayern München erfolgreichste Mannschaft des deutschen Fußballs: In
der Saison 1987/88 wurde mit den bis zur Saison 2007/08 wenigsten Gegentoren der
Bundesligageschichte zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft errungen. Garant
hierfür war neben Torwart Oliver Reck die meist aus Rune Bratseth, Uli Borowka,
Gunnar Sauer, Jonny Otten und Thomas Schaaf zusammengesetzte Abwehr sowie der
Stürmer Karl-Heinz Riedle, der in der Rückrunde 14 Treffer in 17 Spielen erzielt
hatte (→ Kader des Meisterjahres 1987/88). 27 Mal führte Werder die Tabelle an
und stand bereits nach dem 31. Spieltag als Meister fest.
Im nächsten Jahr qualifizierte sich die Mannschaft als Tabellen dritter für den
UEFA-Pokal. In der dritten Runde traf Werder Bremen auf den SSC Neapel, der
seinerzeit zu den besten Vereinen Europas gehörte und mit Nationalspielern wie
Gianfranco Zola (Italien), Careca, Alemão und Diego Maradona hochkarätig besetzt
war. Das Auswärtsspiel, das mit 3:2 gewonnen wurde und das anschließende
Heimspiel, das Werder 5:1 gewann, gehören zu den besten Spielen Werders
überhaupt. 1989, 1990 und 1991 wurde das Finale des DFB-Pokals erreicht, das nur
1991 im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Köln gewonnen werden konnte (→
Spieldaten der DFB-Pokal-Endspiele 1989, 1990 und 1991).
Ein Jahr später wurde der neunte Platz in der erstmals durch ostdeutsche Teams
aufgestockten Bundesliga durch den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger in
Lissabon und damit dem bedeutendsten internationalen Erfolg positiv überlagert.
Dabei konnten unter anderem mit Galatasaray Istanbul, dem FC Brügge und
schließlich im Finale dem AS Monaco mehrere renommierte Mannschaften besiegt
werden. Klaus Allofs, Werders heutiger Geschäftsführer des Bereichs Fußball,
schoss dabei kurz vor der Pause das 1:0 (→ Spieldaten des Endspiels um den
Europapokal der Pokalsieger 1992).
In der Saison 1992/93 übernahm Werder erst am 33. Spieltag die Tabellenführung
und konnte mit einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft gewinnen. Vor allem
Wynton Rufer im Sturm sowie der neu erworbene Spielmacher und spätere
österreichische Rekordnationalspieler Andreas Herzog stachen positiv hervor (→
Kader des Meisterjahres 1992/93). Für die folgende Saison qualifizierte sich
Werder als erster deutscher Verein für die Gruppenphase der UEFA Champions
League und schied dort hinter dem FC Porto und dem späteren Sieger AC Mailand
aus.
Ein erneuter Gewinn des DFB-Pokals gelang 1994 mit einem ungefährdeten Finalsieg
über den Zweitligisten Rot-Weiss Essen, wobei in diesem Jahr drei der vier
Viertelfinalspiele durch Elfmeterschießen beendet und viele Bundesligisten von
nieder klassigen Mannschaften aus dem Wettbewerb geworfen worden waren (→
Spieldaten des DFB-Pokal-Endspiels 1994).
Im letzten Jahr unter der Regie Rehhagels wurde die Meisterschaft durch ein 2:4
beim FC Schalke 04 am 32. und ein 1:3 beim FC Bayern München am letzten Spieltag
verpasst.
Geprägt war diese Zeit neben den bereits erwähnten Spielern durch Dieter Eilts,
Thomas Wolter, Mirko Votava, Günter Hermann, Frank Neubarth, und Marco Bode.
1995–1999: Ende einer Ära
Nachdem Werder Bremen 1995 noch einmal Vizemeister geworden war
und Rehhagel nach 14-jähriger Amtszeit den Verein verlassen hatte, waren die
Zeiten der Titelgewinne und Erfolge in der Bundesliga zunächst vorbei. Es
folgten mittelmäßige Platzierungen und mehrere Trainerwechsel (Aad de Mos, Dixie
Dörner, Wolfgang Sidka). Die Saison 1998/99 markierte den Tiefpunkt: Nach einem
missratenen Saisonbeginn lag Werder Bremen ebenso am Tabellenende wie kurz vor
Saisonende, nachdem unter dem neuen Trainer Felix Magath nur vorübergehend eine
Besserung eingetreten war.
Konsequenz dieser Situation war ein Früchte tragender Neuanfang: Das
Vereinspräsidium mit Präsident Franz Böhmert, Vizepräsident Klaus-Dieter Fischer
und Schatzmeister Manfred Müller, das seit vielen Jahren, im Falle Böhmerts fast
30, amtiert hatte, trat unter dem Eindruck der krisenhaften Entwicklung 1999
geschlossen zurück. Es machte damit den Weg für die spätere Umgestaltung des
Vereins frei. Auch Manager Willi Lemke beendete vorerst seine Tätigkeit bei
Werder, wobei sich die gesamte Führungsmannschaft Werders anschließend in neuen
Funktionen des Vereins oder der GmbH und Co KGaA im Aufsichtsrat, im Vorstand
oder in der Geschäftsführung wieder fand. Neuer Präsident und späterer
Vorsitzender der Geschäftsführung wurde Jürgen L. Born. Vor den Rücktritten war
die Trennung von Felix Magath beschlossen worden, nachdem das Heimspiel gegen
den direkten Abstiegskonkurrenten Eintracht Frankfurt verloren worden war. In
akuter Abstiegsgefahr wurde in der Trainerfrage auf eine vereinsinterne Kraft
gesetzt und der als Coach der Amateure erfolgreiche Thomas Schaaf zunächst bis
zum Saisonende zum Cheftrainer der Profis befördert. Seit 1972 im Verein war
Schaaf Spieler in Werders titelreichster Zeit unter Rehhagel und hatte vorher
noch keine Profimannschaft trainiert. Er, in dem die Medien und wohl auch der
Verein zunächst nur eine Übergangslösung sahen, vermied mit drei Siegen in den
letzten vier Spielen den Fall in die Zweitklassigkeit, der Werder in arge
finanzielle Nöte gebracht hätte. Kurz nach der Rettung gelang Werder im
DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München der Sieg im Elfmeterschießen (
Spieldaten des DFB-Pokal-Endspiels 1999). Schon durch den Finaleinzug
qualifizierten sich die Grün-Weißen für den UEFA-Cup, da der FC Bayern München
als Meister in die Champions League einzog.
Die nach diesen Erfolgen langfristig angelegte Verpflichtung Schaafs sollte der
Grundstein für die Rückkehr in obere Tabellenregionen und das Erreichen weiterer
Titel sein.
Auch in dieser Zeit verfügte Werder über gute Spieler, die aufgrund der Umstände
meist nicht ihr Potenzial ausschöpfen konnten. Neben langjährigen Stammspielern
wie Herzog, Eilts, Votava oder Bode sowie jungen Talenten, die später eine gute
Entwicklung nehmen sollten, wie Frank Rost, Raphael Wicky oder Torsten Frings
sind hier Nationalspieler wie Hany Ramzy (Ägypten), Jurij Maximow (Ukraine),
Mario Basler (Deutschland), Wladimir Bestschastnych (Russland) oder Rade
Bogdanovic(Serbien und Montenegro) zu nennen.
1999–2004: Neuaufbau und Gewinn des
Doubles
Seit der Verpflichtung des Trainer/Manager-Duos Thomas Schaaf und Klaus Allofs
1999 etablierte sich der Verein wieder nach und nach unter den deutschen
Spitzenteams. Die Jahre 1999 bis 2003 waren vom gezielten Aufbau einer
spielstarken, auf Offensive ausgerichteten Mannschaft geprägt. Sie spielte einen
anspruchsvollen und attraktiven, auf direkten Ballstafetten basierenden Fußball.
Phasenweise deutete Werder das Potenzial für eine Spitzenmannschaft an, etwa
durch das Erreichen des DFB-Pokalfinals 2000 und der meisten Punkte aller
Bundesligisten im Kalenderjahr 2001 (Spieldaten des Endspiels um den DFB Pokal
2000).
Nachhaltige Erfolge blieben, mit Ausnahme der UEFA-Cup-Qualifikation 2002,
vorerst aus. Denn die Phase bis 2003 war zugleich von einem eklatanten Mangel an
Kontinuität gekennzeichnet, was dazu führte, dass Werder Bremen nach einigen
herausragenden Spielen und Ergebnissen meist gegen Saisonende einbrach und seine
Chancen verspielte. Daraus resultierend konnten junge und viel versprechende
Spieler oft nicht lange gehalten werden, nachdem sie erfolgreichere und
finanzstärkere Vereine auf sich aufmerksam gemacht hatten. Andererseits
profitierte Werder von den Erlösen aus den Verkäufen Wickys 2000, Rosts 2001
sowie Frings’ und Pizarros 2002. Nach den Wechseln von Herzog und Wiedener 2001
verabschiedeten die Bremer mit Bode 2002 altersbedingt den letzten Verbliebenen
der goldenen Ära unter Otto Rehhagel. In der Saison 2002/03 verfehlte Werder
zwar als Tabellen sechster die Teilnahme am UEFA-Cup, hatte sich aber durch den
französischen Nationalspieler und Spielmacher Micoud verstärkt, der zu einer
Schlüsselfigur werden sollte. Im Ligaspiel gegen Hansa Rostock am 31. März 2002
gelang es dem Bremer Rost mit dem 3:3 kurz vor Spielende als einziger
Bundesligatorhüter neben Jens Lehmann ein Tor aus dem Spiel heraus zu erzielen.
Am 27. Mai 2003 erfolgte die Ausgliederung der Profifußballmannschaft und der
anderen leistungssportlich orientierten Mannschaften aus dem nun gemeinnützigen
eingetragenen Verein in die Werder Bremen GmbH & Co. KGaA.
Die Saison 2003/04 begann zwar mit dem blamablen Ausscheiden gegen den ASKÖ
Pasching im UI-Cup-Halbfinale denkbar ungünstig, wurde aber zur erfolgreichsten
in der Vereinsgeschichte: Die punktuelle Ergänzung der talentierten und
attraktiv spielenden Mannschaft mit erfahrenen und erfolgsorientierten Spielern
wie Reinke, Davala und Ismaël (Kader des Meisterjahres 2003/04) führte
überraschend dazu, dass sich Werder von Beginn an in der Spitzengruppe der
Bundesliga hielt. Die am 16. Spieltag übernommene Tabellenführung wurde bis zum
Saisonende nicht mehr abgegeben, der Vorsprung in der Rückrunde auf bis zu elf
Punkte ausgebaut; 23 Spiele in Folge wurden nicht verloren. Mit dem 3:1-Sieg
beim schärfsten Verfolger FC Bayern München sicherte sich das Team schon am 32.
Spieltag mit der besten Auswärtsbilanz, die je ein Bundesligist erzielt hat, die
Meisterschaft. Zudem wurde Werders brasilianischer Stürmer Aílton mit 28
Treffern Torschützenkönig der Liga.
Darüber hinaus gewann Werder mit einem 3:2 gegen Alemannia Aachen den DFB-Pokal
und damit zum ersten Mal das Double, was in der Bundesligazeit bislang nur dem
1. FC Köln und dem FC Bayern München geglückt war (→ Spieldaten des Endspiels um
den DFB-Pokal 2004)
Gegenwart und Etablierung als Spitzenmannschaft
Frank Baumann mit dem Ligapokal
.In der
Saison 2004/05 verpflichtete Werder nach dem Weggang von Aílton Miroslav Klose
als dessen Nachfolger. Mit dem Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales sowie des
dritten Platzes in der Bundesliga etablierte sich der Verein in der nationalen
Spitze. In der Champions League setzte sich Werder in der Vorrunde als Gruppen
zweiter unter anderem gegen den damals amtierenden UEFA-Cup-Sieger FC Valencia
durch und verlor im Achtelfinale zweimal hoch gegen den französischen
Serienmeister Olympique Lyon.
Diese
insgesamt positive Entwicklung setzte sich in der darauf folgenden Saison
2005/06 fort, zu deren Auftakt Frings zu Werder zurückkehrte sowie mit Naldo ein
neuer Innenverteidiger verpflichtet wurde. Der Verein wurde Vizemeister und
stellte mit Klose den Torschützenkönig (25 Tore) sowie Top-Scorer. Im DFB-Pokal
schied Bremen beim FC St. Pauli in einem wegen winterlicher Platzverhältnisse
umstrittenen Viertelfinale aus. Die Champions League endete für Werder im
Achtelfinale gegen Juventus Turin. Das Heimspiel hatte Werder durch späte Tore
noch mit 3:2 gewonnen, doch ließ Bremens Torhüter Wiese im Rückspiel in der 88.
Minute einen schon abgefangenen Ball wieder fallen, als er zur Zeitgewinnung
eine Rolle vollführte, was im Tor zum 1:2 resultierte.
Nach dem Weggang des Spielmachers Micoud wurde dieser 2006/07 durch Diego
ersetzt und die Mannschaft außerdem durch Almeida, Fritz, Mertesacker, Womé und
Rosenberg verstärkt, womit Werder Bremen mehr als je zuvor investierte. Zum
Saisonauftakt gewann Werder den Ligapokal und wurde Herbstmeister. Nach einer
Schwächeperiode zu Beginn der Rückrunde, Verunsicherungen durch Wechselgerüchte
um und eine Formkrise von Klose sowie Verletzungsproblemen endete die Saison nur
auf Rang drei. In der „Todesgruppe“[26] der Champions League mit dem FC Chelsea
und dem FC Barcelona schied Werder mit zehn Punkten aus sechs Spielen als bester
Dritter aller Zeiten aus. Im UEFA-Cup-Wettbewerb kam das Aus erst im Halbfinale
gegen Espanyol Barcelona.
Vor der Saison 2007/08 verließ Klose den Verein Richtung München. Neben dem
Stürmer Boubacar Sanogo wurde nach einem monatelangen Transferpoker Carlos
Alberto, der mit 7,8 Millionen Euro teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte,
verpflichtet, der die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Trotz einer
Verletzungsmisere[27] war Bremen zum Ende der Hinrunde punktgleich mit
Herbstmeister Bayern München. Am 8. Spieltag landete Werder dabei einen
historischen 8:1-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld. Eine sportliche Krise zu
Beginn der Rückrunde kostete Werders Meisterchance, doch wurde Bremen durch eine
Serie von acht Spielen ohne Niederlage zum Saisonende noch Vizemeister. Mit
insgesamt zwanzig verschiedenen Spielern, die ein Tor erzielten, stellte das
Team dabei einen neuen Bundesligarekord auf. In der Champions League erreichte
Werder den dritten Vorrundenrang und schied im UEFA-Cup wie auch im DFB-Pokal im
Achtelfinale aus.
Der Kader für die Spielzeit 2008/09 veränderte sich kaum. Einzig Tim Borowski,
Leistungsträger der vergangenen Jahre, verließ den Verein Richtung Bayern. Für
den Sturm wurde mit Claudio Pizarro ein ehemaliger Werderaner vom FC Chelsea
ausgeliehen. Die Bundesliga-Saison verlief mit Platz 10 so schlecht wie zuletzt
zu Beginn von Schaafs Amtszeit bei Werder Bremen. Die Mannschaft schoss in fünf
Spielen jeweils fünf Tore, was keinem anderen Bundesliga-Team gelang. Dem
standen allerdings 13 Niederlagen gegenüber, teilweise gegen Abstiegskandidaten.
In der Champions League schied Werder in der Gruppenphase aus, erreichte aber
wieder den UEFA-Cup. Nach Siegen über den AC Mailand, den AS Saint-Étienne,
Udinese Calcio und den Hamburger SV erreichten die Grün-Weißen das Finale in
Istanbul, wo sie Schachtar Donezk mit 1:2 nach Verlängerung unterlagen. Werder
Bremen gewann dafür den DFB-Pokal durch ein 1:0 im Endspiel gegen Bayer
Leverkusen und qualifizierte sich damit für die UEFA Europa League. Nach Ablauf
der Saison erfolgt ein Umbruch im Werder-Mittelfeld. Der langjährige Kapitän
Frank Baumann beendete seine Karriere und der Brasiliner Diego verließ die
Hansestadt in Richtung Italien und unterzeichnete bei Juventus Turin. Darauf
wurde Torsten Frings als neuer Mannschaftsführer eingeführt und Marko Marin
von Borussia Mönchengladbach verpflichtet.
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